Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
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KKV-Diözesanverband Münster

Zur Geschichte des Verbandes KKV (Teil 1) - Seite 2

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Auf dem folgenden Verbandstag in Koblenz 1878 wurde in den Statuten als Zweck des Verbandes angegeben: 1. Förderung  des religiösen Sinnes, 2. Hebung und Vervollkommnung der allgemeinen und der Fachbildung, 3. Pflege der  Geselligkeit. Als Mittel zur Erreichung dieser Ziele wurden genannt: Allgemeine und religiöse Vorträge, fachlicher  Unterricht und besonders gegenseitige Hilfeleistung in Verbindung mit anderen Vereinen, besonders durch  Stellenvermittlung und Errichtung von Auskunftsbüros. Der feste Zusammenschluss der Vereine zu einem Verband ergibt  sich auch daraus, dass von nun an die Beschlüsse der Verbandstage für alle Vereine ohne weiteres verbindlich waren.  Lehrlingsvereinigungen waren damals noch von der Aufnahme in den Verband ausgeschlossen. Die Verbandsleitung war  nicht hauptamtlich, sondern lag in den ersten Jahren von Jahr zu Jahr wechselnd in der Hand des sogenannten  Vorortes, der auf jedem Verbandstag gewählt wurde. So lebendig und abwechslungsreich der Wechsel der Vororte war, so  war es doch ein wesentlicher Nachteil, dass jeder Vorort sich erneut in die Geschäfte des Vorstandes einschalten  musste, so dass man sich 1891 entschloss, die Verbandsleitung für dauernd nach Essen zu legen.

In den ersten Jahren stand nicht so sehr die theoretische Erörterung der sozialen Grundsätze im Vordergrund, unter  denen die Arbeit des Verbandes geleistet werden müsse, sondern der KKV zog aus dem Grundsatz, dass der Handelsstand  als eine selbstbewusste Gemeinschaft nach dem Gesetz der Ehrlichkeit und Reellität aufgebaut werden müsse, die  praktischen Folgerungen. Kein Verbandstag verging, auf dem nicht die Missstände, die unter dem Einfluss  liberalistischen Wirtschaftsdenkens im Handel entstanden waren, eingehend besprochen und Maßnahmen zu ihrer  Abstellung gefordert wurden. Besonders rief der KKV in den folgenden Jahren und Jahrzehnten die Kräfte der  Selbsthilfe bei den katholischen Kaufleuten wach, und so wurden die Einrichtungen des Verbandes, die Stellenvermittlung,  die Krankenversicherung, die verschiedenen Unterstützungskassen für in Not geratene Mitglieder und deren Angehörige,  die Sterbekasse usw. wertvolle Marksteine im Aufbau des Standes. Besondere Erwähnung verdient die Mitarbeit der  KKVer an der Schaffung einer eigenen Altersversicherung für Angestellte, der späteren Angestelltenversicherung, die  im Jahre 1911 ihre gesetzliche Grundlage erhielt.

In zahlreichen Entschließungen und Aufsätzen in der Verbandszeitschrift „Mercuria“ wandte sich der Verband gegen die  Unsitte der Lehrlingszüchterei, die zu einer Ausnutzung der Lehrlinge und zur Arbeitslosigkeit vieler  Kaufmannsgehilfen führte. Er forderte eine gesetzlich fundierte einheitliche Ausbildung aller Lehrlinge mit einer  Abschlussprüfung und lehnte eine schrankenlose Handelsfreiheit ab, die zu einem Überhandnehmen der  Konsumgenossenschaften und großen Warenhäuser führte.

Die Tätigkeit des Vorstandes bestand in den ersten Jahren im Wesentlichen in der Herausgabe und dem Versand der  „Mercuria“, in der Vorbereitung der Verbandstage und der späteren Drucklegung der Verbandstagsberichte. Der Umfang  dieser Tätigkeit änderte sich aber entscheidend, als der KKV ins politische Leben vorstieß und durch Verhandlungen  mit führenden Politikern und Regierungsstellen versuchte, seinen Anregungen und Wünschen Gesetzeskraft zu verleihen.  Erstmalig im Jahre 1900 wurde der Verbandsleitung gestattet, einen hauptamtlichen Geschäftsführer anzustellen, der  auf dem Verbandstag 1910 in Würzburg zum Verbandsdirektor ernannt wurde.



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