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Herzlich willkommen

  • Der KKV-Diözesanverband Münster ist ein katholischer Sozialverband mit 14 Ortsgemeinschaften im Bistum Münster. Grundlage unserer Arbeit ist die katholische Soziallehre.
  • Der KKV bietet regional und überregional in einer Gemeinschaft Gleichgesinnter Weiterbildungsmöglichkeiten zur Persönlichkeitsentwicklung, zu beruflichen Themen, zur Soziallehre, zu Fragen der Ethik, Glaubens- und Sinnsuche an.
  • Gemeinsame Reisen, Wallfahrten und Bildungsfahrten stehen ebenso auf dem Programm, wie Vorträge zu gesellschaftspolitischen, wirtschaftlichen, medizinischen und religiösen Themen.
  • Viele Ortsgemeinschaften bieten ein Netzwerk der gegenseitigen Unterstützung in privaten wie beruflichen Dingen.
  • Als Mitgliedsverband im Diözesankomitee der Katholiken nehmen wir Einfluss auf Entwicklungen in Gesellschaft und Kirche unseres Bistums.
  • Der KKV, 1877 als katholisch Kaufmännischer Verein gegründet, wendet sich seit über 40 Jahren an christliche Fach- und Führungskräfte aus Wirtschaft und Verwaltung unter dem Motto: „Dem Menschen dienen“.

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    Bezirksgemeinschaft Oldenburg: Familientag 2020 abgesagt

    Faellt-leider-ausSeit vielen Jahren lädt die KKV-Bezirksgemeinschaft Oldenburg Mitglieder und Freunde nach den Sommerferien zum traditionellen Familientag ein. Leider muss das diesjährige Treffen, geplant am 23. August 2020 im Museumsdorf Cloppenburg, aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. Als neuer Termin für den Familientag ist der 5. September 2021 reserviert. Im Übrigen wünschen die Verantwortlichen allen eine gute Sommerzeit mit wohlverdienter Ruhe und Erholung … „Bleiben Sie gesund!“

     

    Meinung: „Unser Haus brennt!“

    Thomas RuscheDer voranschreitende Klimawandel, Armut und Not vieler Menschen und nicht zuletzt die in den armen Ländern besonders stark grassierende Corona-Pandemie führen uns die Notwendigkeit einer sozial-ökologischen Umkehr vor Augen. PD Dr. phil. Dr. rer. pol. Thomas Rusche, der an zahlreichen Universitäten Wirtschaftsethik lehrt, geht in der nachstehenden Kolumne vom 25.6.2020 in der Tagespost auf diese Thematik ein und skizziert, wie sich der entsprechende Wandel realisieren lässt.

    Die Polarkappen schmelzen, der Meeresspiegel steigt, in Sibirien brennen die Wälder, 18000 Kinder sterben jeden Tag vor Hunger, 79,5 Millionen Menschen sind auf der Flucht, 300 Millionen Coronainfizierte werden für diesen Sommer allein in Indien erwartet. Warum hören wir die Klage der Armen und der Erde nicht? Das gemeinsame Haus brennt - und wir jäten ungestört unseren adretten Vorgarten.

    Unter dem Brennglas erblicken wir die Wunden des Kapitalismus auf den Schlachthöfen Westfalens. Trotz vollmundiger Bekundungen steht dort das Wohl von Mensch und Tier offensichtlich nicht im Mittelpunkt. Osteuropäische Arbeitsmigranten werden unter pandemiefördernden Umständen von verantwortungslosen (Sub-)Unternehmern hin und her gekarrt, um für unsere Billigfleischversorgung zu schuften. So wird die deutsche Provinz zum europäischen Coronahotspot. Das Elend beginnt vor unserer Haustür – wir schauen weg und genießen auf der Gartenterrasse unseres brennenden Hauses die Grillwürste aus der Fleischtheke.

    Doch es gibt Zeichen der Hoffnung: Papst Franziskus ruft uns zum fünften Jahrestag der ökologischen Sozialenzyklika „Laudato Si“ zur hegenden Sorge um das gemeinsame Haus auf. (In cammino per la cura della casa comune): Menschenleben zu schützen und die Natur zu bewahren ist keine zweitrangige Option, sondern erste Christenpflicht. Corona zeigt, dass auf diesem Planeten alles zusammenhängt. Es bedarf deshalb einer integralen sozial-ökologischen Umkehr, die bei der Erziehung des Menschen ansetzt.

    Der erste Ort um Respekt vor der Schöpfung zu erlernen ist die Familie. Hier gilt es von der Kleidung bis zur Nahrung die konsumistische Wegwerfmentalität zu überwinden und einen genügsamen nachhaltigen Lebensstil zu verinnerlichen. Schulen und Universitäten kommt die Aufgabe zu, das Konzept einer integralen Sozial-Ökologie systematisch zu reflektieren und Menschen zu qualifizieren, für unser gemeinsames Haus solidarische Zukunftsverantwortung zu übernehmen.

    Insbesondere die katholischen Universitäten werden aufgerufen, die ökologische, soziale, politische und ökonomische Dimension in Forschung und Lehre zu integrieren und den Studierenden handlungsleitendes Orientierungswissen zu vermitteln. Unternehmen können ihren Beitrag zum Weltgemeinwohl leisten, indem sie menschenwürdige Arbeitsplätze schaffen, faire Löhne zahlen und aktiven Umweltschutz betreiben. Die internationale Politik bedarf eines neuen Entwicklungsmodells, das den Kampf gegen Armut und Klimawandel synergetisch verbindet. In einem lebenswerten gemeinsamen Haus darf es keinen Platz für Ausbeutung und Versklavung, Hungertote und Menschenhandel geben. Regenwälder sind wieder aufzuforsten, CO2-Emmissionen müssen reduziert und die Recycling-Wirtschaft ausgebaut werden.

    Um den Brand unseres gemeinsamen Hauses zu löschen bedarf es dramatischer Sofortmaßnahmen, denn „die Zeit ist kurz“ (1 Kor 7,29). Wir müssen sofort umsteuern. Hand in Hand. Alle zusammen. Die Bekämpfung der Corona-Pandemie zeigt, dass wir dazu in der Lage sind.

    Thomas Rusche

    Der Autor wurde 2019 vom KKV als „Ehrbarer Kaufmann“ ausgezeichnet. Er lehrt Wirtschaftsethik an der HfPh München, der Uni Siegen und der WHU Vallendar.

     

    Diözesankomitee lädt keine AfD-Vertreter ein

    „Kein Forum für rechtsradikale Hetzer im Bistum!“, fordert das Diözesankomitee der Katholiken im Bistum Münster. Die AfD und einige ihrer prominenten Vertreterinnen und Vertreter propagierten politische Vorstellungen und Programme, die mit einem christlichen Menschenbild und christlichen Werten nicht vereinbar seien, sagt Kerstin Stegemann, Vorsitzende des obersten Laiengremiums der Katholischen Kirche im Bistum.

    „Mitglieder und Kandidatinnen und Kandidaten der AfD sind in vielfacher Weise bemüht, sich in sozialen Netzwerken und in der Öffentlichkeit als Politikerinnen beziehungsweise Politiker darzustellen, die die bürgerliche Mitte repräsentieren. Sie werden jede Einladung einer kirchlichen Organisation oder Gruppe dazu nutzen, über den wahren Inhalt und die Bedeutung ihrer menschenverachtenden Programmatik hinwegzutäuschen“, erläutert Stegemann. Die katholische Kirche im Bistum dürfe ihnen deshalb keine Gelegenheit dazu geben und kein Forum für die Verbreitung der Positionen der AfD bieten, meint sie.

    Der Vorstand des Diözesankomitees beschließt deshalb, bei eigenen Veranstaltungen keine Vertreterinnen und Vertreter der AfD einzuladen. Das Diözesankomitee empfiehlt seinen Mitgliedern dringend, bei Veranstaltungen keine Vertreter der AfD einzuladen und darauf hinzuwirken, dass bei keiner kirchlichen, verbandlichen oder pfarrlichen Veranstaltung AfD-Mitgliedern oder -Funktionäre eine Bühne oder ein Podium geboten wird. Wenn Vertreter der AfD um Teilnahmemöglichkeiten ersuchen, sollten diese unbedingt abgelehnt werden.

     

    Ursula Nothelle-Wildfeuer und Lukas Schmitt: Solidarität in der Corona-Gesellschaft

    Solidaritaet-CoronaDr. theol. Ursula Nothelle-Wildfeuer (Professorin für Christliche Gesellschaftslehre) und Lukas Schmitt M.A. (Wissenschaftlicher Mitarbeiter) an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg beschäftigen sich in Heft 470 in der Reihe „Kirche und Gesellschaft“ aktuell mit folgender Thematik:

    „In den vielfältigen Beobachtungen und Analysen während der Corona-Krise ist oftmals von neuer sozialer Kohäsion und von wachsender Solidarität in unserer Gesellschaft die Rede, ebenso aber auch von nationalem Egoismus und zunehmender Ungerechtigkeit. Damit klingen in diesem Diskurs Grundwerte und Prinzipien an, die zum Kernbestand christlicher Sozialethik gehören. Im Hintergrund läuft also zugleich die Frage mit nach ihrem möglichen Beitrag zur aktuellen Debatte, um den es in dieser Ausgabe gehen wird.“

    Sie können diesen lesenswerten Artikel als PDF-Dokument hier downloaden:
    Solidarität in der Corona-Gesellschaft

     

    Synodaler Weg wird wegen Corona verlängert

    Logo-Synodaler-WegBisher wenig inhaltliche Fortschritte

    Ein Doppel-Interview mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz und dem Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken ZdK in der „Süddeutschen Zeitung“, ein Newsletter ab Juni, dazu Pressemitteilungen und Mails an die Teilnehmer. So viel Kommunikation war schon lange nicht mehr beim Synodalen Weg. Die Corona-Pandemie hatte die Debatte zur Zukunft kirchlichen Lebens in Deutschland, immer wieder als bislang einzigartig auf Ebene der Weltkirche bezeichnet, kalt erwischt.

    Wenige Wochen, nachdem sich die Synodalversammlung unter großem Medieninteresse das erste Mal in Frankfurt getroffen hatte, kamen Lockdown und Kontaktbeschränkungen. Immer drängender wurde die Frage, ob die für Anfang September ebenfalls in Frankfurt geplante nächste Begegnung des Gremiums würde stattfinden können. Jetzt ist die Entscheidung gefallen. In einem Brief an die 230 Mitglieder der Synodalversammlung verkündeten der Bischofskonferenz-Vorsitzende, Bischof Georg Bätzing, und ZdK-Präsident Thomas Sternberg, dass dieses Treffen auf Februar kommenden Jahres verschoben wird.

    Erst zwei von vier Arbeitsgruppen haben sich getroffen

    Daraus ergibt sich für den weiteren Verlauf: Anstatt wie ursprünglich geplant bis Oktober 2021 wird die von den Bischöfen und dem höchsten Gremium der katholischen Laien in Deutschland gestartete Initiative nun mindestens bis Februar 2022 dauern. Ein Langstreckenlauf ist dieser Synodale Weg ohnehin. Zu seinen Zielen gehört, nach dem Missbrauchsskandal verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. Mit den vier zentralen Themen Macht, Sexualmoral, priesterliches Leben und Rolle der Frauen bohren die Teilnehmer zudem theologisch und kirchenpolitisch dicke Bretter. Über die Umsetzung möglicher Beschlüsse entscheiden die Bischöfe - beziehungsweise Rom, wenn es um grundsätzliche Fragen der Lehre geht.

    Die eigentliche Vorbereitung für die Synodalversammlung liegt bei vier Arbeitsgruppen, bestehend aus rund 35 Mitgliedern. Von diesen vier Foren konnten sich corona-bedingt erst zwei tatsächlich treffen. Seither läuft der Austausch teils auf virtuellem Wege. Die beiden Arbeitsgruppen zu Machtfragen und priesterlichem Leben wollen dem Vernehmen nach vor August zusammenkommen. Schon allein aus diesen Umständen gab es bislang inhaltlich wenig Fortschritte.

    Neue Zwischenetappe am 4. September

    Mit dem Rückzug des Kölner Weihbischofs Dominikus Schwaderlapp aus dem Forum zur Sexualität wurde unterdessen einmal mehr offenbar, dass die Gruppen, die sich gemeinsam auf den Weg gemacht haben, in unterschiedlichem Tempo und mit unterschiedlichem Marschgepäck unterwegs sind. Da gibt es jene, die auf eine Zulassung von Frauen zu den kirchlichen Weiheämtern dringen. Und jene, die wie Schwaderlapp eine Veränderung oder Verwässerung der kirchlichen Lehre und Tradition fürchten.

    Anstelle der verschobenen zweiten Synodalversammlung will man nun eine Zwischenetappe auf dem Synodalen Weg einlegen. Für den 4. September laden die Organisatoren zu Regionaltreffen in Berlin, Dortmund, Frankfurt, Ludwigshafen und München ein. Auf der Agenda steht zum einen eine Zwischenbilanz aus den „kirchlichen Erfahrungen in der Corona-Krise“, wie es in dem Schreiben an die Teilnehmer der Synodalversammlung heißt: „Zum anderen streben wir einen konkreten Austausch über die bisherige Arbeit in den Synodalforen an.“

    Neue Möglichkeiten durch Corona?

    Die Diskussion um das Auftreten der Kirche in der Corona-Krise nimmt gerade an Fahrt auf - und berührt zweifelsohne auch jene Themen, die ursprünglich für den Synodalen Weg gesetzt waren. Trotzdem hatten sich einzelne Teilnehmer bereits im Vorfeld skeptisch zu dem Ansinnen geäußert, nun auch noch diesen Aspekt in die Debatte mit aufzunehmen.

    In ihrem Schreiben werben Bätzing und Sternberg um Verständnis und bitten die Synodalen darum „sich auf diese Konferenz an fünf Orten einzulassen“. Und weiter: „Vielleicht setzen die uns auferlegten Begrenzungen gerade auch neue Möglichkeiten frei - durch eine andere Art von Begegnungen, Einsichten und geistlichen Erfahrungen.“

    Quelle: KNA

     

    10 Gebote für die Corona-Zeit

    10-Gebote-fuer-die-Corona-Zeit

     

    Corona bei „Westfleisch“ in Coesfeld – Interview mit Pfarrer Kossen in den Westfälischen Nachrichten

    Schon seit Wochen warnt er eindringlich vor massenweisen Corona-Infizierungen von osteuropäischen Arbeitsmigranten in Großbetrieben. Und dass Peter Kossen, Pfarrer in Lengerich, damit Recht behalten sollte, hat sich nun mit dem Corona-Ausbruch unter den Beschäftigten bei Westfleisch gezeigt. Aktuell sind über 200* von rund 1200 Mitarbeitern bei Westfleisch positiv auf das Coronavirus getestet. In Coesfeld hat Kossen, der sich als Sozialpfarrer jahrelang für besseren Schutz von Arbeitsmigranten einsetzt, deshalb am Wochenende eine Mahnwache mit dringlichen Appellen gehalten. Das Redaktionsmitglied Leon Seyock der Westfälischen Nachrichten hat vor den Toren von Westfleisch mit Kossen darüber gesprochen.
    (* Aktualisierter Stand am 15.05.2020, 08:00 Uhr: 268 Infizierte)

    Herr Kossen, am Freitag hat der Landrat das Fleischzentrum in Coesfeld geschlossen. Wie bewerten Sie den Schritt?

    Natürlich war es richtig und wichtig, dass Gesundheitsminister Laumann Druck gemacht und der Landrat die Einstellung des Betriebes verordnet hat. Auch wenn sicherlich viel Mut dazugehört, einen Betrieb dieser Größe zu schließen, kam dieser Schritt viel zu spät. Das hätte schon passieren müssen, als die ersten Symptome einer Infektion unter Arbeitern bekannt wurden.

    Wer hat aus Ihrer Sicht versagt, sodass es zu solch einer Ausbreitung unter den Beschäftigten kommen konnte?

    Westfleisch selbst hätte viel früher seiner Verantwortung bewusst sein müssen. Der Betrieb wirbt mit Nähe zu Bauern – von Solidarität kann in diesem Fall aber nicht die Rede sein. Nicht nur der Betrieb, sondern die Gesellschaft als Ganzes hat hier versagt. Den Preis für billiges Fleisch und billige Wurst zahlen die Arbeitsmigranten mit ihrer Gesundheit. Viele schauen darüber hinweg, und jetzt haben wir das Ergebnis. In diesem Fall ist aber auch der Gesetzgeber gefragt, der den Rahmen von Vertrags- und Leiharbeit dringend einschränken muss. Denn keiner fühlt sich zuständig für die Arbeiter. Das muss klar geregelt sein.

    Pfarrer Kossen demonstriert bei Westfleisch

    Bild: WN

    In welcher Situation befinden sich die Leiharbeiter und Arbeitsmigranten?

    Personaldienstleister, durch die ein Großteil der Beschäftigten bei Westfleisch angestellt ist, öffnen die Tore zum Menschenhandel und grenzen an moderne Sklaverei. 60 Stunden Arbeit an sechs Tagen in der Woche sind keine Seltenheit. Auch die Transportwege sind infrage zu stellen; in vollen Bussen werden die Arbeiter zu und von der Arbeitsstelle gekarrt. Zudem kommt, dass sie mit zu vielen Personen in einer Wohnung untergebracht sind. In zahlreichen Bereichen gibt es Verstöße gegen geltende Gesetze, auch gegen die aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen. Die Arbeitsmigranten ertragen viel und nehmen die schlechten Situationen auf sich, weil für einen Klageweg das Geld fehlt und sie sich nicht zu helfen wissen. In Fällen einer Pandemie, wie wir sie jetzt haben, sind sie deshalb besonders anfällig für Ansteckungen.

    Was sind Ihre konkreten Forderungen, um diese schlechten Bedingungen zu verbessern?

    Bei den Wohnverhältnissen ganz klar: eine Person – ein Raum. Diese Regel ist unbedingt einzuhalten. Es muss überprüft werden, ob umliegende Hotels freie Kapazitäten haben. Auch der soziale Wohnungsbau ist ein Thema, das verfolgt werden muss. Besonders prekär wird es, wenn die Familien der Leiharbeiter aus Osteuropa nachziehen. Ich kenne Leute, die seit zehn Jahren bei Westfleisch beschäftigt sind, aber keine Chance haben, Deutsch zu lernen. Durch die unwürdigen Arbeits- und Wohnverhältnisse fehlt ihnen die Regeneration und die Möglichkeit, die deutsche Sprache zu erleben. Dadurch wird eine Subkultur geschaffen, die es nicht geben darf.

    In ganz NRW werden nun Massentests in der Fleischindustrie durchgeführt. Wie sehen Sie den Ergebnissen entgegen?

    Ich bin überzeugt davon, dass die Fälle in Coesfeld nur der Anfang sind. Es wird noch viel mehr Leute treffen, unter denen es auch Tote geben wird. Es muss genau überlegt werden, wie mit diesen Testergebnissen umgegangen wird und welche Maßnahmen erforderlich sind, um die Arbeiter zu schützen. Was auf keinen Fall passieren darf, ist, dass Opfer zu Tätern gemacht werden. Das ist besonders schlimm und geht meist sehr schnell.

    Quelle: https://www.wn.de/Muensterland/4198968-Interview-mit-Pfarrer-Peter-Kossen-Mahnwache-bei-Westfleisch-Faelle-in-Coesfeld-sind-erst-der-Anfang

     

    Bischofskonferenz distanziert sich von Verschwörungstheorie Müllers

    Die deutschen katholischen Bischöfe distanzieren sich von der Warnung einer Gruppe um Kardinal Gerhard Ludwig Müller und Erzbischof Carlo Maria Vigano mit unbelegten Thesen zur Corona-Pandemie. „Die Deutsche Bischofskonferenz kommentiert grundsätzlich keine Aufrufe einzelner Bischöfe außerhalb Deutschlands“, sagte der Konferenz-Vorsitzende, Bischof Georg Bätzing, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Er fügte allerdings hinzu, die Bewertung der Pandemie durch die Bischofskonferenz unterscheide sich „grundlegend“ vom Aufruf Müllers.

    Die deutschen Bischöfe hatten zur Corona-Pandemie unter anderem erklärt, die Einschränkungen – auch bei den Gottesdiensten – seien „vernünftig und verantwortungsvoll“. Zugleich betonte die Bischofskonferenz, man müsse die Beschränkungen auch „mit Verantwortung und Augenmaß“ wieder lockern.

    Der verschwörungstheoretische Aufruf war am Freitag veröffentlicht worden und auf breite Kritik gestoßen, unter anderem vom Essener Generalvikar Klaus Pfeffer. Jeder, der diesen Aufruf unterzeichnet habe, entblöße sich selbst, schreibt Pfeffer auf Facebook. Er sei „einfach nur fassungslos, was da im Namen von Kirche und Christentum verbreitet wird: Krude Verschwörungstheorien ohne Fakten und Belege, verbunden mit einer rechtspopulistischen Kampf-Rhetorik, die beängstigend klingt.“ Es sei ungeheuerlich, wenn Anstrengungen zur Eindämmung einer Pandemie diskreditiert würden als „Vorwand“, um eine „hasserfüllte technokratische Tyrannei“ zu begründen, die die „christliche Zivilisation auslöschen“ wolle, so Pfeffer weiter: „Dem muss widersprochen werden! Mit Jesus Christus, auf den sich die Unterzeichner berufen, haben derart wirre Thesen, die Ängste schüren, Schwarz-Weiß-Denken verfolgen, üble Feindbilder zeichnen und das Miteinander in unseren Gesellschaften vergiften, nichts zu tun.“

    Die Laienbewegung „Wir sind Kirche“ erklärte, den Reformgegnern um Kardinal Müller gehe es nicht darum, den Glauben zu verteidigen, sondern Angst zu schüren: „Das aber hat mit Glauben nichts zu tun.“ Die Bewegung ruft alle Glaubenden – seien es Reformorientierte oder Konservative – auf, sich von solchen so genannten Hirten, die im Neuen Testament „Mietlinge“ (Joh 10,12) genannt werden, nicht verführen zu lassen.

    Siehe hierzu auch den Kommentar von Tilmann Kleinjung (BR): "Kardinal Müller und Corona - Weltweite Allianz der Unvernunft" auf tagesschau.de: LINK

     

    Botschaft von Bischof Dr. Felix Genn an die Gläubigen in der Corona-Krise

     

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