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Herzlich willkommen

  • Der KKV-Diözesanverband Münster ist ein katholischer Sozialverband mit 12 Ortsgemeinschaften im Bistum Münster. Grundlage unserer Arbeit ist die katholische Soziallehre.
  • Der KKV bietet regional und überregional in einer Gemeinschaft Gleichgesinnter Weiterbildungsmöglichkeiten zur Persönlichkeitsentwicklung, zu beruflichen Themen, zur Soziallehre, zu Fragen der Ethik, Glaubens- und Sinnsuche an.
  • Gemeinsame Reisen, Wallfahrten und Bildungsfahrten stehen ebenso auf dem Programm, wie Vorträge zu gesellschaftspolitischen, wirtschaftlichen, medizinischen und religiösen Themen.
  • Viele Ortsgemeinschaften bieten ein Netzwerk der gegenseitigen Unterstützung in privaten wie beruflichen Dingen.
  • Als Mitgliedsverband im Diözesankomitee der Katholiken nehmen wir Einfluss auf Entwicklungen in Gesellschaft und Kirche unseres Bistums.
  • Der KKV, 1877 als katholisch Kaufmännischer Verein gegründet, wendet sich seit über 40 Jahren an christliche Fach- und Führungskräfte aus Wirtschaft und Verwaltung unter dem Motto: „Dem Menschen dienen“.

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    Weihnachten 2022

    Advents- und Weihnachtsgruesse 2022

     

    KKV Oldenburg: „Gemeinsam in der Gesellschaft stehen“

    Bischof Adomeit und Weihbischof Theising sprachen in Oldenburg über gemeinsame Wege aus der kirchlichen Krise.

    Die großen Kirchen im Oldenburger Land werden in den kommenden Jahren und Jahrzehnten in vielen Bereichen noch stärker zusammenarbeiten – das war einer der zentralen Gedanken, die der evangelisch-lutherische Bischof Thomas Adomeit und Weihbischof Wilfried Theising für die katholische Kirche im Oldenburger Land am Dienstagabend, 22. November, im Forum St. Peter in Oldenburg betonten. Der Einladung katholischer Verbände (KKV, Kolping und KAB) sowie der evangelischen und katholischen Erwachsenenbildung waren etwa 120 interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer gefolgt. Die Überschrift des Abends: „Gemeinsame Wege aus der Krise. Eine ökumenische Diskussion und Analyse“, die Moderation hatte der Journalist Jürgen Westerhoff.

    Zentrale Herausforderung für beide Kirchen sei die Frage, wie man in Zeiten schwindender Bindungskräfte von Institutionen, von Glaubensschwund und Individualisierung weiter anschlussfähig für die Gesellschaft und einzelne Menschen bleiben könne. Durch den „Fachkräftemangel“ drohe, dass der Abstand zwischen Pfarrerinnen und Pfarrern einerseits und den Gemeindegliedern andererseits immer größer werde – und die Beziehung irgendwann abbreche, analysierte Bischof Adomeit. Weihbischof Theising betonte, die Kirchen müssten in „den pastoralen Diensten einfach gut sein“, müssten „ansprechbar“ sein. Daneben bleibe die Kindertaufe zentral für die Aufnahme von Kirchenmitgliedern, so der katholische Geistliche.

    Zentral für die Zukunft der Kirchen ist in den Augen beider Bischöfe die Frage, wie junge Familien weiterhin und noch stärker erreicht werden können. Bischof Adomeit betonte, man müsse „Kontaktflächen ausbauen“. Weihbischof Theising hob die große Bedeutung der kirchlichen Kindergärten für die Begegnung von Kirchen und Familien hervor. Daneben sei die Arbeit von Diakonie und Caritas von großer Bedeutung: Dort bleibe „die christliche Botschaft nicht theoretisch, sondern wird konkret greifbar“.

    Beide Bischöfe betonten, dass die beiden großen Kirchen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten näher zusammenrücken werden. Bischof Adomeit brachte die Idee der gemeinsamen Nutzung kirchlicher Räume wie Pfarrheime ins Spiel. Weihbischof Theising betonte, die christlichen Kirchen sollten auch im politischen Raum stärker zusammenarbeiten, um in einer zunehmend säkularisierten Gesellschaft weiterhin Gehör zu finden, etwa bei ethischen Fragestellungen. Bischof Adomeit bestätigte das zum Abschluss der zweieinhalbstündigen Veranstaltung: „Wir wollen gemeinsam in der Gesellschaft stehen. Gemeinsam.“

     

    „DAS KREUZ ABZUHÄNGEN, WAR EIN FALSCHES SIGNAL – WIR MÜSSEN UNSERE WERTE NICHT VERSTECKEN“

    KKV-Bundesvorsitzender Josef Ridders äußert sich zum fehlenden Kreuz im Friedenssaal beim G7-Gipfel in Münster

    Josef-RiddersE S S E N . Wenn die Außenminister der sieben führenden Industrienationen der Welt zusammenkommen, stehen die großen Themen auf der Agenda. Besonders in Zeiten, in denen wieder Krieg in Europa herrscht und eine Pandemie die Welt nicht loslässt, kommt diesen Treffen eine große Bedeutung zu. Neben richtungsweisenden Beschlüssen gehören auch aussagekräftige Bilder zu den Verhandlungen. Dabei ist nicht nur den Münsteranern das Fehlen des Kreuzes im Friedenssaal aufgefallen, was viel Kritik hervorbringt. Auch der KKV-Bundesvorsitzende Josef Ridders kann die Maßnahme nicht verstehen.

    Der Friedenssaal im Rathaus Münster: Hier ist das Ende einer der größten und brutalsten Kriege des Kontinents beschlossen worden. Der Westfälische Frieden beendete drei Jahrzehnte der Gewalt und gab den Menschen Hoffnung für die Zukunft. Hoffnung, die auch heute, wo in der Ukraine wieder Krieg herrscht, ersehnt wird. Kein Wunder, dass sich die G7-Außenminister Anfang November, an diesem historischen Ort zu ihrem Gipfel zusammengefunden haben. Anstatt über Beschlüsse gegen die Probleme der Welt wird, zumindest in Deutschland, das Fehlen des Kreuzes im Friedenssaal moniert und breit diskutiert.

    Auch Josef Ridders, Bundesvorsitzender des KKV, der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, bewertet die Entfernung des Kreuzes kritisch. „Jedes religiöse Symbol steht für mehr als nur eine Glaubensgemeinschaft“, hält er fest. „Das Kreuz ist ein Zeichen der Versöhnung, Toleranz, Achtung und Respekt. Christliche Werte, deren Integration ins tägliche Leben ein wichtiger Eckpfeiler für unseren Verband aber auch für unsere Gesellschaft sind.“

    Schon die Wahl des Münsteraner Friedenssaales als Verhandlungsort war lange Zeit umstritten.  “Ich freue mich aber, dass letztlich doch dieser symbolträchtige Ort bestätigt wurde”, begrüßt Ridders die Entscheidung „Dieses Jahr ist von einem Krieg geprägt, den wir lange nicht für möglich angesehen haben. Daher sehe ich es als ein großes Zeichen, dass die Chefdiplomaten der größten Industrienationen an einem Ort gekommen sind, wo einer der größten Katastrophen Europas beendet worden ist.“ Das Kreuz im Friedenssaal gehört für ihn auch zur Friedenssymbolik. „Unter diesem Zeichen sind Christen zusammengekommen und haben das in die Wege gebracht, was der Glaube ihnen lehrt: Frieden.“

    „Unsere Geschichte, unsere Werte und auch unsere christliche Prägung sind Teil des Gipfels und wir haben keinen Anlass, unsere Gesellschaftskultur, die von Offenheit und Respekt geprägt ist, zu verstecken.“

    Ebenso sieht er im Kreuz ein Zeichen für die Kultur und Geschichte unseres Landes. „Auch wenn die Entwicklung der Mitgliedszahlen der Kirchen in Deutschland und jede berechtigte Kritik etwas anderes sagen: Das Christentum ist ein wichtiger Faktor in unserer Kultur und hat seit über 1.000 Jahren die Geschichte und Teils die Geschicke Deutschlands mitbestimmt“, sagt Ridders. Ein internationaler Gipfel, der auch Medienvertreter aus der ganzen Welt anlockt, sei eine Möglichkeit des Gastgeberlandes, die eigene Geschichte, Werte, Kultur und Bräuche darzustellen. „Unsere Geschichte, unsere Werte und auch unsere christliche Prägung sind Teil des Gipfels und wir haben keinen Anlass, unsere Gesellschaftskultur, die von Offenheit und Respekt geprägt ist, zu verstecken.“

    Die Entfernung des Kreuzes wertet Josef Ridders als unüberlegte Reaktion und falsches Signal. Natürlich muss man respektieren, wenn Menschen Vorbehalte gegen den Glauben oder die Kirche haben. Denn unter dem Zeichen und im Namen Gottes seien auch schlimmste Gräueltaten begangen worden. „Das streitet niemand ab“, so der KKV-Bundesvorsitzende. „Aber das Christentum steht auch für viel Hilfe, Uneigennützigkeit und Nächstenliebe, die auch heute häufig auf der Erde fehlen. Das darf bei jeder Offenheit und Berücksichtigung von Meinungen und Lebenseinstellungen nicht vergessen werden“, hält er abschließend fest.

     

    KKV-Diözesanverband Münster mit neuem Vorstand

    Lutz Schabbing aus Gronau zum neuen Vorsitzenden gewählt

    Beim Diözesantag 2022 des KKV-Diözesanverbandes Münster in Greven ist Lutz Schabbing von den Delegierten der Mitgliederversammlung einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt worden. Lutz Schabbing (Jahrgang 1954) stammt aus Gronau, ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Seit vielen Jahren ist er in der KKV Ortsgemeinschaft Gronau und Epe und in der Pfarrgemeinde St. Antonius aktiv. Zudem engagiert er sich seit langem in der Kommunalpolitik und beim THW.

    Gastgeber des Diözesantages, bei dem auch das 75-jährige Bestehen des KKV-Diözesanverbandes begangen wurde, war in diesem Jahr der KKV Greven. Josef Ridders, zugleich Vorsitzender des KKV Greven und KKV-Bundesvorsitzender, begrüßte die Mitglieder herzlich im neuen Multifunktionszentrum der St. Josefkirche an der Ruhe Rott.

    Der Geistliche Beirat des Diözesanverbandes, Dr. Martin H. Thiele, zelebrierte den Eröffnungsgottesdienst und verwies in seiner Predigt auf das Wort des Evangeliums: „Ihr seid das Licht der Welt!“ „Niemand von uns weiß, was kommt, was uns die Zukunft zumutet,“ so Dr. Thiele. „Aber eines weiß ich: Dass wir hier und heute gerufen sind, uns senden zu lassen in diese konkrete Welt! Gott wird – so sagt es Paulus – uns ‚festigen bis ans Ende!‘ Das ist meine Zuversicht, und lassen Sie uns gemeinsam die Fragen angehen, die uns bedrängen und uns ihnen stellen mit Mut und Zuversicht!“

    Bei der sich anschließenden Mitgliederversammlung bedankten sich der Geistliche Beirat und Diözesangeschäftsführer Norbert Gebker beim scheidenden Vorsitzenden Norbert Zumbrägel für die konstruktive, von ruhiger Sachlichkeit geprägten Zusammenarbeit im Diözesanvorstand und überreichten einen Gutschein als Präsent.

    Neben dem Amt des Vorsitzenden waren auf der Versammlung noch weitere Ämter zu besetzen. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde Franz Norrenbrock aus Oldenburg, zu Beistzern Bruno Weißschnur (Nottuln), Norbert Zumbrägel und Mathias Heidemann (beide Münster) gewählt. Zudem verabschiedeten die Delegierten umfangreiche Satzungsänderungen, um den Verband für die zukünftigen Herausforderungen gut aufgestellt zu wissen.

    Ein großer Dank gilt den Verantwortlichen des KKV Greven für den reibungslosen Ablauf des Diözesantages 2022 in entspannter Atmosphäre.

    KKV-Vorstand 2022

    Der neue Vorstand des KKV-Diözesanverbandes Münster:

    v.l.: Bruno Weißschnur, Norbert Zumbrägel, Dr. Martin H. Thiele, Lutz Schabbing, Franz Norrenbrock, Josef Ridders, Mathias Heidemann, Norbert Gebker

     

    KKV will mit „Mykola“ Flüchtlingen helfen

    Online-Plattform soll insbesondere ukrainischen Kindern die erste Zeit in Deutschland erleichtern.

    Logo-Mykola Mykola - auf Deutsch „Nikolaus” - ist ein süßer kleiner Wildschwein­Frischling. Die Figur aus der Feder der Kinderbuchillustratorin Eva Künzel ist das Maskottchen des Internetauftritts mij-drug-mykola.de bzw. mein-freund-mykola.de, welchen der KKV-Bundesverband jetzt online ge­schaltet hat. Am Mittwoch drückte der Bundesvorsitzende Josef Ridders in Essen den virtuellen Startbutton und schaltete damit die Internetseiten für das Hilfsangebot des KKV frei. „Wir haben ein Projekt gesucht, durch das wir den ukrainischen Kriegsflüchtlingen ganz praktisch helfen können. Entstanden ist ein digitales Hilfsangebot, das zweisprachig gestaltet sowohl den ukrainischen Gästen in Deutschland wie auch den vielen freiwilligen deutschen Helferinnen und Helfern insbesondere beim Abbau der Sprachbarrieren helfen kann. „Durch Inhalte und Gestaltung wollen wir speziell den ukrainischen Kindern aktiv helfen, sich bei uns schneller zurecht zu finden.“

    Es ist gerade etwas mehr als zwei Monate her, dass sich das Leben in der Ukraine von heute auf morgen geändert hat. Am 24. Februar 2022 begann Russland einen großangelegten kriegerischen Überfall. Die vom russischen Präsidenten Wladimir Putin befohlene Invasion eskalierte den seit 2014 schwelenden russisch-ukrainischen Krieg. Viele Familien sehen sich seither gezwungen ihre Heimat zu verlassen und woanders - zumindest vorübergehend - ein neues, sicheres Zuhause zu suchen. Mindestens 5,9 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer sind seitdem auf der Flucht. Von ihnen sind fast 400.000 in Deutschland angekommen. Viele von ihnen sind Kinder, die sich häufig nur mit ihren Müttern und Geschwistern in Richtung Westen aufgemacht haben.

    „Für uns als Christen sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, den Menschen zu helfen, die durch diesen ungerechtfertigten Angriffskrieg leiden“, stellt Josef Ridders in einer am Mittwoch veröffentlichten Medieninformation fest. Viele KKV-Mitglieder würden sich bereits vor Ort zum Beispiel in ihren Kirchengemeinden in ehrenamtlichen Projekten aktiv engagie­ren. Deshalb habe man in den Gremien des Bundesverbandes nach einer Idee gesucht, die überregional insbesondere den Flüchtlingskindern, die nach Deutschland gekommen sind, helfen sollte. „Wenn man in ein fremdes Land kommt, dessen Sprache man nicht versteht, dessen Kultur einem unbekannt ist und dessen Schrift auch noch anders ist als die eigene, dann kann das schon Angst machen“, stellt sich Ridders vor. „Wir können den Menschen aus dem Kriegs­gebiet ihr Leid und ihre Schmerzen nicht mindern und wir können auch die vielen schlimmen Erinnerungen nicht auslöschen“, stellt Ridders fest, „Aber wir wollen gute Gastgeber sein, die den Flüchtlingen in dieser schweren Zeit ein Zuhause bieten.“

    Mykola lädt deshalb auf seiner Internetseite zu einer bunten und abwechslungsreichen Reise durch Deutschland ein. Zweisprachig werden kindgerecht Landschaften und Kultur erklärt. In einem Ratgeber können virtuelle Besucher zudem erfahren, welche Aufgaben zum Beispiel Polizei und Feuerwehr haben, wer bei Schmerzen hilft oder was im Rathaus passiert. Ein kleines Wörterbuch - nach Themen unterteilt - kann zudem den Alltag erleich­tern. Ausmalbilder sollen bei den ganz Kleinen für etwas Abwechslung und Kurzweil sorgen. „Alle Inhalte sind so aufbereitet, dass sie auch in einem PDF-Dokument heruntergeladen werden können“, erläutert Ridders. So könnten nicht nur die Familien und Kinder das Onli­neangebot nutzen, sondern auch freiwillige Helferinnen und Helfer, Erzieherinnen und Er­zieher in der Kita oder auch Lehrerinnen und Lehrer in der Schule. „Das Angebot, mit dem Mykola nun an den Start gegangen ist, soll eine erste Grundlage für die Internet-Plattform sein. „Wir wollen in den nächsten Wochen und Monaten noch weitere Inhalte recherchieren, übersetzen und veröffentlichen“, verspricht der KKV-Bundesvorsitzende.

    Sein Dank gilt allen beteiligten Helferinnen und Helfern. Von der ersten Idee bis zum Online­Angebot sind wenige Wochen vergangen. „Das ist nur möglich, wenn alle an einem Strang ziehen und das Engagement von der Illustratorin über die Übersetzerin bis zum Program­mierer deutlich über das übliche Maß hinaus geht.“

    Spendenaufruf


     

    KKV Westfalia Bocholt spendet 2.000 Euro

    Vier Spenden in Gesamthöhe von 2.000 Euro überreichte die KKV-Ortsgemeinschaft Westfalia Bocholt während einer Vorstandssitzung an vier soziale Einrichtungen in Bocholt. Die Vorsitzende Christel Feldhaar und der Geistliche Beirat Pfarrer Alfred Manthey übergaben jeweils 500 Euro an Frau Buß für die Begegnungsstätte St. Josef an der Thüringerstraße, an Manfred Rickert für den Förderverein Palliativstation im St.-Agnes-Hospital, an Monika Enk und Jan-Bernd Lepping von der Vinzenzkonferenz und an Frau Finkenberg von der Pfarrcaritas St. Georg.

    Die Spendensumme wurde von den Mitgliedern des KKV im Rahmen der jährlichen Spendenaktion unter dem Motto „Dem Menschen dienen, Hoffnung schenken“ gesammelt.

    Spendenaktion des KKV Bocholt

    Vier soziale Einrichtungen aus Bocholt freuen sich über eine Spende von jeweils 500 €.

     

    SOLIDARITÄT

    Solidaritaet-mit-der-Ukraine

     

    „Noch immer stellt er sich vor Benedikt XVI.“ – ZdK-Präsidentin Stetter-Karp irritiert über Kardinal Marx

    Stetter-KarpAls „überraschend unkonkret“ bewertet die Präsidentin des ZdK, Irme Stetter-Karp, die Reaktion des Münchner Kardinals Reinhard Marx auf das Missbrauchsgutachten, das vor einer Woche veröffentlicht wurde. „Es gab kein Beispiel dafür, wie nun genau die Unterstützung von Pfarrgemeinden aussieht, in denen Missbrauchstäter ihr Unwesen trieben. Es fehlten insgesamt konkrete Beispiele für Veränderungen hier und heute. Dass der Kardinal nach eigenen Worten in einem Jahr vor die Öffentlichkeit treten möchte, um zu erklären, was sich verändert hat, finde ich spät“, so Stetter-Karp.

    Enttäuscht sei sie darüber, dass er auch eine Woche nach der Veröffentlichung des Missbrauchsgutachtens kein klares Wort zur Causa Benedikt finde. „Noch immer stellt er sich vor den emeritierten Papst.“ Marx habe erklärt: „Wer jetzt noch systemische Ursachen leugnet, hat die Herausforderung nicht verstanden.“ Jedoch wende er diesen Satz nicht auf einen Verantwortungsträger wie Joseph Ratzinger an, der auf die Frage nach seiner damaligen Rolle als Erzbischof von München und Freisling noch im Dezember 2021 die Unwahrheit gesagt habe. „Ein Zeichen der Transparenz und Kritik wäre hier angebracht gewesen“, so die ZdK-Präsidentin.

    Kardinal Marx habe sich auf Nachfragen von Journalist*innen mehrfach als Kirchenmann geäußert, der danach fragt, „was der Kirche nützt“, wie sie jetzt Glaubwürdigkeit zurückgewinnen könne. „Bei Betroffenen von sexueller Gewalt in der Kirche wird es einen schalen Nachgeschmack hinterlassen, dass Kardinal Marx sich um ein Bayern ohne Christentum sorgt“, so Irme Stetter-Karp. „Wenn der Kardinal sagt, die Kirche könne ihren Platz nicht räumen, weil Bayern christlich bleiben müsse, ist die Perspektive der Opfer des Missbrauchs nach hinten gerückt.“

    Stetter-Karp würdigte, dass in der Erzdiözese München und Freising im letzten Jahr ein Betroffenenbeirat und eine Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung des Missbrauchsskandals eingerichtet wurde. Ebenso sei es gut, dass seit dem 20. Januar 2022 eine Anlaufstelle für Betroffenen von sexuellem Missbrauch existiere. Jedoch sei damit die Verantwortungsübernahme nicht zu Ende. Das habe auch der Kardinal erkannt und ins Wort gebracht. Sie hoffe, so Stetter-Karp, „dass wir bei der anstehenden Synodalversammlung Anfang Februar in Frankfurt einen Kardinal Marx erleben, der die Reform der Kirche, die er für notwendig hält, mit Unterstützung der Beschlussvorlagen befördert und dass er bereit ist, die notwendigen Mehrheiten mit persönlichem Einsatz mit zu organisieren.“

    Pressemitteilung des ZdK vom 27.01.2022

     

    NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst vertraut auch auf „Gottes Hilfe“

    Vorabveröffentlichung aus dem KKV-Mitgliedermagazin NEUE MITTE

    MP Hendrik WuestE S S E N / D Ü S S E L D O R F .  „Für mich ist das eine Frage des Miteinanders und der Art und Weise, wie wir mit unserem Gegenüber umgehen. Der Mensch ist Ebenbild Gottes. Das ist Grundlage unserer Politik als Christdemokraten.“ Mit diesen Worten beschreibt der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst in einem am Donnerstag in Essen vorab veröffentlichten Beitrag des Magazins „Neue Mitte“ des Bundesverbandes der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung e.V. (KKV) einen Teil seines persönlichen Wertesystems, welches in im alltäglichen Umgang mit seinen Mitmenschen prägt. „Der Mensch muss seine Würde nicht erwerben, sondern hat sie von Anfang an bis zu seinem Ende“, betont Wüst weiter. Dieses Fundament helfe, Politik zu machen, die den Menschen immer wieder in den Mittelpunkt rücke. „Deshalb versuche ich jeden Tag, wertschätzend mit meinen Mitmenschen umzugehen und sie respektvoll zu behandeln.“

    Hendrik Wüst ist bekennender Katholik. Die Formel bei der Vereidigung als neuer Ministerpräsident in NRW beendete er mit den Worten: „So wahr mir Gott helfe.“ Der gebürtige Münsterländer machte noch nie einen Hehl daraus, dass er im christlichen Glauben groß geworden ist und ihm sein Glaube bis heute ein stabiles Wertesystem vermittle und er danach handele.

    Natürlich gelänge auch ihm das nicht immer, gibt der 46-jährige Christdemokrat im Gespräch mit der „Neuen Mitte“ durchaus selbstkritisch zu. „Der Mensch ist fehlbar, ich auch. Das sollte uns alle demütig machen und uns eine gesunde Portion Selbstzweifel mitgeben auch gegenüber den Positionen, die in der Politik bisweilen sehr selbstbewusst vorgetragen werden“, stellt Wüst fest. „Das Wissen um die eigene Fehlbarkeit heißt für mich, Mut zu haben, Fehler zuzugeben und einzugestehen, dass man seine Position revidieren muss.“

    „MIR STEHT ES NICHT ZU, DER KIRCHE RATSCHLÄGE ZU ERTEILEN.“

    Dass sein Bekenntnis zur katholischen Kirche aber im politischen Geschäft auch immer wieder für Diskussionen über die Institution und insbesondere über die Rolle der Amtskirche sorge, sei für Wüst nicht neu. Auf die Frage, was er der Kirche in der augenblicklichen Situation raten würde stellt er fest: „Mir steht es nicht zu, der Kirche Ratschläge zu erteilen. Aber ich stelle fest, dass sich die Kirche und die Politik in einem wesentlichen Punkt unterscheiden: Der Politiker muss seine Positionen immer am Leben und an der Lebenswirklichkeit der Menschen und an gesellschaftlichen Veränderungen ausrichten.“

    Tue er das nicht ausreichend, diene er irgendwann nur noch zunehmend hohlen Programmsätzen, aber nicht mehr den Menschen. Tue er es allzu gleichgültig, werde der Politiker in seiner Rolle zu beliebig. „Mir scheint es, dass es für die Kirche noch schwieriger ist, hier das rechte Maß zu finden. Kirche denkt und handelt in ganz anderen Zeiträumen.“ Wahlperioden, wechselnde Stimmungen, Moden, Umfragen, tagespolitische Aufreger – all das spielte für die Kirche keine Rolle. Das sei auf den ersten Blick vielleicht eine Schwäche, aber es könne auch ein „großer Schatz“ sein, betont Wüst. „Ich glaube, unsere Gesellschaft profitiert von einer Stimme, die in anderen Horizonten denkt und das Handeln an unverrückbaren, weil unveräußerlichen Positionen, ausrichtet.“

    Zugleich sieht Hendrik Wüst aber zwischen den kirchlichen Strukturen und der Politik durchaus auch Parallelen. Veränderungen zu bewirken, bedeute auch in der Politik zunächst „das Bohren dicker Bretter“, so der Ministerpräsident. „Politik heißt immer, Kompromisse zu schließen, aufeinander zuzugehen, sich zu einigen und die eigenen Positionen auch mal infrage zu stellen – und dabei gleichzeitig den eigenen Kompass nicht zu verlieren. Nur so kann Gemeinsamkeit, Zusammenhalt gelingen. Eine Welt voller Rechthaber ist eine Welt voller Einzelgänger, aber keine Gemeinschaft.“

    (Foto Wüst: Anja Tiwisina)

    Lesen Sie hier den vollständigen Artikel aus dem Magazin "Neue Mitte": Download Artikel Hendrik Wüst

     

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